Leseproben Auszüge

Lyrik

als wär es hier mehr/ meer



als wär es hier mehr/ meer,
kopft der schädel ins knirschkissen.

als wär es hier mehr/ meer,
verwehen die hochgebirgsfahnen.

als wär es hier mehr/ meer,
gewangtes ich auf dem kissen.
 

Am Ende

 

Ahnungsloses
Auffinden von Atemlosigkeit

Und
Im Nachgesang
Die Stimme fort
Getragen

 

Wundholz

 

Handständiges Lehnen am Fuß
des Schwesternbaumes, namenlos wie
unbekannt,
später Moosgeweih, einhirschig.
Wurzelhand liegt auf
Schwesternfuß, so
ein ausgedehntes
Hinschauen, gleichzeitig

kaum gesichtete
Wipfel rutschen mit
dem nächsten
Sturz der Sitzbeinhöcker
seitwärts.

 

lauter polardinge Miniaturen

Beschreibung

"Skizziert werden Momente aus dem Leben unterschiedlicher Protagonisten, skurril und wunderlich erscheinend. Es eint sie der Umstand, dass sie sich an Wendepunkten in ihrem Leben befinden, beschäftigt mit den sie umgebenden Dingen, viel viel Kaffee und auf der Suche danach, was sie wirklich nährt.
Die Miniaturen eröffnen, der Funktion des Verschlusses einer Kamera gleich, einen Momentausschnitt, richten den Blick auf Situationen, Menschen und Dinge, scheinbar Gegebenem - dahinter der freie Raum oder Spiegel."


Im Traum oder
Die Lichter 

Sie lächelt immer so freundlich wenn sie kommt. Sie ist dann plötzlich da. Steht in der Tür, lächelt, wünscht mir einen guten Morgen und sieht mich erwartungsvoll an, als wüsste ich, was nun kommen würde.
Ob sie mir beim Schuhe anziehen helfen solle. Da ich noch, wieso eigentlich, im Bett liege, muss das mit der Sitzposition oder kann ich mir eigentlich nicht, kann ich mir doch die Schuhe auch, da ist ja auch einer, an dem einen, also hier ist ein Schuh. Dass ich das lassen solle, bedeutet sie mir barsch und das es so nicht gehen würde. Sie lächelt nicht mehr. Plötzlich sitze ich, strecke die Beine weit von mir weg, fast als wären das da nicht meine und am untersten Ende baumelt halb links ein Latschen. Ich solle doch möglichst heute noch die Knie beugen und die Füße aufstellen am Boden, damit auch der andere Schuh. Nachdem sie meine Beine gefasst und dort unten hin geführt hatte, mit so einem Nachdruck überhalb der Beinmitte, da wo es sich knickt also, na ja, jetzt wo diese Dinger, alles auf dem Boden steht, weiß ich was sie meint. Nun geht das aber gleich weiter. Wenn ich nun aber diesen einen Fuß nicht sofort logischerweise vom Boden lösen würde, ich bin doch kein Storch, warum dreht sie jetzt die Augen, stimmt doch, es könnte jedenfalls nichts mit dem Schuhe anziehen und die Zeit würde rennen.

Wie spät ist es eigentlich und wo ist meine Uhr. Sie hebt nun mein Bein vom Boden, das kann ich doch auch alleine, ich bin doch kein Baby und schiebt mir energisch den Latschen von einem Fuß auf den anderen, also tauscht sie wieder aus, ja was denn nun und aufstehen solle ich dann endlich. Wenn ich nur wüsste was sie von mir will, ich muss doch erstmal, das hat doch alles einen Grund. Ich habe hier in der linken Hand so eine Art. Also feucht ist es, fast nass und gekrumpelt und ich habe es in der Hand. Das Bett ist an manchen Stellen nass. Bin wohl müde geworden über dieses Putzding. Das muss jetzt erledigt werden, deswegen bin ich doch aufgestanden, oder. Das passt mir jetzt aber gar nicht, das. Wieso denn in die Küche bringen, ich will doch, das ist, das ist doch mein Lappen, genau, natürlich mein Lappen und sofort will ich jetzt. Das macht doch alles gar keinen. Hoffentlich soll ich nun nicht wieder irgendwas, was ich gar nicht. Ich weiß einfach nicht, was sie von mir will. Aufstehen und so rumlaufen. Mache ich doch sowieso: aufstehen, rumlaufen und schauen was die anderen so machen. Draußen Stimmen von irgendwelchen Leuten, sagen:
Friedensschwester, wer ist das, die Andrea, wer ist Andrea. Na, die Ursel. Ach so, der D. kommt. Ihr Pfleger. Nein, mein Kollege. Also ihre Pflege, verstehe. Etwas lauter:
Nein, mein Kollege! Ach so. Na kann mir auch egal sein, kenne ich sowie nicht. Ich habe keine Pläne von ihnen, weiß nichts von ihren Plänen in ihren Köpfen.

 

Kunst_Texte Verwandlungen

Beschreibung

"Eine aus Kurzprosa, lyrischer Prosa und Kurzgeschichten bestehende Sammlung, die sich mit Werken aus den Bereichen u.a. der Malerei, Illustrationen, Fotografie und vor allem Filmen beschäftigt.
Fäden und Spurensuche.
Ausleger und Ankerplätze.
Scheinwerfer und Streichholz."

 

"Ich habe von einem Zirkus geträumt"
zu einer Fotografie von Anna M.

 I
...er sitzt an seinem porenpolierten Schreibtisch und
versucht vergeblich, die zehn exakt gespitzten Bleistifte zu
sortieren. Einer gerät immer aus der Reihe, rollt oder
rutscht, gefährdet die schwebende Balance, eine
Schieflage dann und
...die Blauberge am Horizont.//
Er schwitzt.
Über der Oberlippe steht zart der plötzliche Film. Es rötet
sich seine Nasenspitze um je eine Nuance ins Dunklere
hinein, je zwingender der Versuch, die Bleistifte auf dem
Schreibtisch festpicken zu wollen.//

Er schaut aus dem Fenster.
Sie steht da immer noch, talaufwärts am Hang, steht und
beobachtet ihn. Immer wieder hat er den Blick senken
müssen, hoffen, dass sie endlich verschwunden sein möge,
beim nächsten unerlässlichen Lugen, pfeilschnelles
Verschmelzen mit dem Karamellkastell, weiß um das
Wogen der Auffaltungen in seinem Rücken, die lichten
Häufchen zu seinen Füßen.//
Sie ist fort.
Sie steht da nicht mehr, wo sie immer gestanden ist, ein
Schattenriss nun.
Und die Dämmerung ihm die Lichter bringt,
er aber sitzt im Dunkel.

 

auepavillon

die silbrigen bahnen entlang
der verdichtete stoff und ein
rauschen wie wasserfall wie
innen gestelltes

schutzlagenbahnen wellen
des schienenplafonds
brummendes
gewächshaus schutzhaus
trotz silberfischigkeit

Aus: Mother in a Wheelchair

(...) Sie lässt dir die Umzugskiste zum Spielen da.
Das Pack- oder Seidenpapier, dieses über die
Gesichtsknochen hinaus gezogene Haut- und
Hauptpapier wie Wolken, wie straffes, frisches
Laken, das Lächeln.
Portal für die kleinen Füßchen, die verdreht
verhaspelten Tanzknochen, die Hände.
Darinnen das Bewegte und die Gesten. (...)

 

Der skoliotische Koi Kurzprosa

Beschreibung

"Der buntschillernde Großfisch in zu kleinem Steinbecken: das staucht und führt zu Abknickungen im wedelnden Knochengerüst. Der Fisch schwimmt sich frei und lässt sich nichts vorschreiben, knattert gegen selbst gewählte Spundwände oder zieht neugierig daran vorbei in erlesenen Bahnen, hustet knappe Kommentare aus und berichtet aus dem Algengebiet in seiner Art Erzählfluss. Bei DER SKOLIOTISCHE KOI handelt es sich um eine aus Kurzprosa, Kürzestprosa, sowie Lyrik bestehende Sammlung und einer Mixtur aus Betrachtungen, Surrealem, Traumbildern, Alltäglichem und Reiseeindrücken. Daraus ist ein Gewebe, das Texturgeflecht entstanden, dabei Bahnen ziehend und Wasserringe aufwerfend."

 

14
Noch namenlos.

Er sich den Hut vorgenommen hat. Kaut ausführlich die Ränder glatt, bis sie vollends eingespeichelt sind und unangenehm nass, dann lässt er den Hut fallen und wendet sich dem nächsten Objekt zu. Das kann auch metallen hart sein. Sein zahnloser Mund befragt alles, da er alles schon einmal gesehen hat. Er kennt das, es erscheint ihm jedoch wie neu. Zahnlos war er auch früher einmal und erinnert sich an seine zahllosen Mütter.

Sie geht durch den Wald (Wand) an der Böschung entlang. Nur ein Schritt und sie kollerte. Sie geht den Weg entlang der Böschung und schaut dabei geradeaus. Sie weiß nicht was als Nächstes kommt. Vielleicht ein Kollern. Sie weiß nicht was da unten ist, am Grund des Sees, inmitten aller Tanzenden.

73
Leichtfüßig und händig, so ein Bewegungsfuror:
Der Fischschwanz des Astendes.

99
Wie kleine Puppenbierkästchen, kleine hölzerne Flaschenkästchen, leise puckernd und blubbernd, letztlich sanftes Scheppern, es scheckert so still im Hintergrund.

128
Das Hineinsprechen in das mobile Telefon, als würde sogleich ein Abbeißen von der Waffel erfolgen oder eines leckeren Brotes.

 

Die Bildwirkerin Roman

Beschreibung

"Japan und Europa. Japan und Deutschland. Ausdruckstanz und Butoh.
Und welche Gemeinsamkeiten ergeben sich daraus. Auf der Suche nach kulturellen Ähnlichkeiten, Eigenheiten und Unterschieden japanischer und deutscher Lebensweisen und Wahrnehmungen.
Stichwort Spinnennetz, Fäden, Tapisserie - das Einwirken von Bildern und Motiven in ein textiles Flächengebilde.
Die losen Enden der Fäden eines jeden Motivs werden aufgenommen. Dies also eine Textur, auf der Spur kultureller Verschiedenheiten und Berührungspunkte.
Es geht schließlich um die Frage, wie ist der Faden beschaffen, das Gewirk, an dem wir alle teilhaben, wie und auf welche Weise weben und begegnen wir uns, kommunizieren miteinander.
Die Antwort ist die Stille. Eine Art Nullpunkt. Feld der Zusammenkunft."

 

Sie sitzt in der hintersten Ecke des einstöckigen kleinen Gebäudes am Fluss. Sie bleibt nah am Rand, ebenerdig, sucht den Wasserblick.
Die Sonne scheint und die Fenster sind allesamt aufgeschoben, so dass der Blick frei fließen kann, zum Fluss hin, zu ihren Füßen. In welche Richtung fließt er eigentlich, was alles wird er noch sehen und wie sehr wird sie sich mittragen lassen während ihres Hierseins.
Ihr Kopf schmerzt. Sie hat zu wenig gegessen und tut sich jetzt schwer mit der Auswahl. Kunstfertig gebaute Doppelstocktoasts sind verführerisch, teuer wie ein Hauptgericht. Die junge Bedienung, stylish und knapp gefällig, kippt durchaus auch wieder in eine Art Gegenteil, synthetische Freundlichkeit, reichlich Komplimente für das zweifelsohne entzückende Café erfrischen die Stimmung.
Sie hört die leisen Klänge aus dem Lautsprecher, passendes Klavierwerk, angebraut. Sie weiß, wie es sich anhört, aber was es bedeutet beim Betrachten dieses Flusslaufes. Sie erfährt es noch nicht.
Ein Kranich stelzt im Gestein des Flussufers, ist mit dem Gefieder beschäftigt, zupft, ordnet und glättet es, steht. Schaut. Sie folgt seinem Blick zum gegenüberliegenden Ufer.
Ein knochengebeugter alter Mann balanciert elegant eine scheinbare Last auf dem Gepäckträger des Fahrrades, während er gleichmäßig in die Pedale tritt. Hinter seinem Rücken bauscht sich eine hohe und breite Plastiktüte mit Plastikflaschen und Dosen, einige wenige ragen heraus. Entgegen kommende Radfahrer, Fußgänger weichen federnd aus und nehmen nicht die geringste Notiz von ihm, außer im Ausweichen, Registrieren, wie ein Stöckchen, das im Wege liegt.

 

das frequenzzentrum Roman

Beschreibung

"Eine junge Frau, Ende Zwanzig, begibt sich in die Erfahrungswelt von so genannten Behinderten in deren Wohnbereichen, DIE BEWOHNER genannt.
Ihren Bruder mit Behinderung, hat sie immer nur als anders empfunden, sie möchte ihre Perspektive erweitern, Interviews führen. Sie lernt nicht nur das äußere Umfeld besser kennen, sondern nähert sich den Wahrnehmungswelten der BEWOHNER immer mehr an, klärt ihre eigenen Empfindungen, erhält Antworten und lernt Grundsätzliches zum Thema Vertrauen.
DIE BEWOHNER sprechen und antworten aus ihren eigenen Welten heraus. Die Frequenzen verlaufen parallel, zunächst als separat erscheinende Spuren, die immer mehr verschwimmen, die Kanäle öffnen sich.
Sie geht auf Empfang."

2

ich bin allein, mit einem unter der bettdecke hervorlugenden bauchschlauch, geräuschen, die mir nicht vertraut sind und einer bewohnerin, deren kosmos ich nicht kenne. in einer unwirklichen kopfhaltung, geschraubtheit, muskulatur und knochigkeit, schaut sie mich an, ganz direkt, vermutlich die ganze zeit schon. hallo, hauche ich, hallo ich bin die neue und ab morgen früh.
ich weiß ja nicht, ob du mich verstehst. also, wenn, weißt du, ist das ok, wenn ich dich duze. also ich werde dann mal. ich bewege mich, rückwärts gehend, zur tür hin.
keine reaktion, die geräusche gleichmäßig und fließend.
nur aus dem röhrchen, welches aus der gurgel gen himmel stakt, darauf eine luftdurchlässige schutzkappe. daraus ein unregelmäßiges knistern und brodeln zu vernehmen.
sie fixiert mich dabei aufmerksam, als gäbe es dieses geräusch nicht, als begegneten wir uns staunend auf einer waldwiese.
ich stoße mit den rückenrippen an die türklinke, drehe mich mit einem "tschüss dann, bis morgen" und einer blöden scheibenwischergeste in schulterhöhe noch einmal kurz um, bevor ich den raum verlasse.
was ich hier verloren habe. eine kleine dralle person in einem neonpinkfarbenen halbkittel baut sich vor mir auf und versperrt mir den weg.
dass ich, die frau, ich weiß noch nicht einmal den namen meiner einweiserin mit den blauen augen, dass diese kollegin meine interviewpartnerin ist und ich vorher dieses praktikum.
na, davon wüsste sie aber, so geht das ja nicht, da kann ja jeder hier erscheinen und was vom pferd. ich solle doch mal mit ins büro und die sache klären.
ich bin müde und erschöpft, mein ich-freue-mich-auf-das-frühe-aufstehprojekt, also, dass ich-einmal-mitten-in-der-nacht-aufstehen-darf-projekt, büßt etwas von seiner anfänglichen frische ein. ich will nachhause.

15

:: wer wir sind. na habt ihr nicht aufgepasst. wer wer ist und welche stimme sich gerade einklinkt, ist das nun der vom tisch gefallene oder die rückenperson, die halsschnorchlerin oder was. erstens. etwas mehr respekt bitte, ja. zweitens: das ist schnurzpiepegal. mal sprechen wir durch die eine, mal durch die andere form, hülse, box oder beutel, geschlossener rollkoffer oder naturgemäß halb geöffnete kängerutasche, hmm, dann wären wir ja mit einem fuß schon draußen. interessant, dem sollte ich mal nachgehen. hey, was meint ihr dazu. nein, nicht ihr, ich meine meine kumpels. und wenn ihr nun glaubt, es würde ein wildes durcheinanderrufen stattfinden, welches von außen her erschallt, so habt ihr euch geirrt. es ruft zwar, aber aus einem bottich heraus. wir sind einfach nur verschiedene aspekte, verstehste. nimm mich, als was ich gerade erscheine. vielleicht kennste mich schon, vielleicht auch nicht, vielleicht stelle ich mich dir als eine neue PERSON gerade vor, vielleicht hat auch lediglich eine drehung stattgefunden im selben aspekt MENSCH, und so weiter. eijeijei. ick hör ja schon uff.
du winkst ab, det is dir zufülle, seh schon, jaja. nu lass man. kannste nich verstehen, aber mir zuhören. ich begegne dir ja auch vorbehaltlos, und dazu gehört was, das kann ich dir flüstern, ihr macht uns det nich leicht.

 

PUFISOUND Kurze Geschichten

Beschreibung

"Dies ist eine Sammlung von 26 kurzen Geschichten.
Teils skurrilen Lebensauffassungen, selbstbestimmten Entscheidungen, mannigfaltigen Begegnungen, auch Tiere spielen eine nicht unwesentliche Rolle, eigenwillige Vorlieben und ja, auch Happy End ist mit dabei, letztlich:
Ein liebevolles, gegenseitiges Umhegen, klarer Blick, auch auf abseitige Lebenssituationen."

Annes Ansichten, weißt Du!

Die Tochter fährt mit der Hand immer wieder über ihren Unterarm. Eher gleitet dieser linke Unterarm quer in Brusthöhe sanft hin und her, in der halben Wölbung der rechten Hand. Immer wieder, sanfter fremdgesteuerter Blick.

Was hast Du da?
Des Vaters Worte stoppen den Antrieb augenblicklich.
Nichts.
Der Blick bleibt leer.
Das weiß der Vater, auch wenn er hinter seiner Tochter steht und seine Hand langsam von ihrer Schulter löst.
Das weiß der Vater auch so.
Auch das sie da was hat. Am Unterarm.
Was, weiß er nicht, will es hören. Von ihr.
Nicht sehen müssen. Erkennen.

Was erfragst Du, was Du schon längst weißt, so die Tochter.
Das ich schon lange vorhatte mich tätowieren zu lassen.
Das weißt Du doch.

Ja, so der Vater traurig, ich weiß.
Jetzt war es auf dem Tisch. Die Arme ruhen.
In der Frage noch das Schwebende zu halten gewesen.
Jetzt auf dem Tisch.
Sein Baby nicht mehr unversehrt.
Seine schöne junge Tochter, für die er seine Haut würde retten müssen, um sie ihr womöglich eines Tages zu spenden.
Alles getan hätte und nicht verhindern konnte, dass sie
sich zeichnen ließ, markieren.

Was ist es denn? Etwas versöhnlicher.

 

STERNENKURS Ein Kammerspiel

Beschreibung

"Manche würden sagen, er höre Stimmen. Milan aber sieht hindurch, erweitert die Welt. Der Pfleger setzt sich zu ihm, gebietet den anderen zu schweigen.                                             Hört ihm nicht nur zu, hört hin.                                                       Sind ja beide dort am Ort und lauschen, treten sogar eine gemeinsame Reise an.                                                                         Das Radio bleibt im Regal, Frequenzen freiHaus."

 

 

Von Graskästen, Apparaten und Wasserwelten Erzählung

Beschreibung

Eine junge Fotografin macht außergewöhnliche Wahrnehmungserfahrungen und findet sich an verschiedenen Orten wieder. Sie erfährt die Auflösung beständig geglaubter Realitäten, verliert dabei einiges an Gepäck, bekommt einen kleinen Hund an die Seite gestellt und gewinnt lebenslange Einsichten.

I Der Raum 

Seit mehr als einer Viertelstunde steht sie auf dem Platz und schaut dem Wasser beim Sprudeln zu. Langsam, ganz langsam windet es sich den Abfluss hoch, schraubt und schiebt sich nach oben in einer Weichheit und gleichzeitigen Unaufhaltsamkeit, dessen Ausmaß sie nur erahnen kann.
Der Teppich breitet sich immer weiter aus und sie kann nur weichen und dennoch versinken. Sie entscheidet sich für den ersten Schritt, rück, zwei, drei, vier und dreht sich um sich selbst, schlingt das Wasser in die Bewegung hinein, wird geschoben von diesem naturbedachten Raum, ebenfalls Teil des gesamten Gewebes. Pflückt dabei Gebäude auf, die sie noch nicht begriffen hat und die zu Staub zerfallen würden unter ihren Händen. Die Kulissen rücken ab vom Ort und von ihr, die Drehbühne bewegt sich auch ohne sie weiter. Noch bemerkt sie dies nicht.

 

 

SZENEN AUS DEM

GEHÄUS Ein Spielstück

 

Beschreibung

Ein kleines Theaterstück. Ein Spielstück. Szenen.

Ein einstöckiges Familienhaus.
Im Erdgeschoss befinden sich die Wohnräume,
Schlafzimmer, Wohnzimmer. 
Im Obergeschoss rechts das Bad, links die Küche, das wars.
Wir schauen in einen Bühnenbildguckkasten hinein,
Perspektivwechsel eingeschlossen.
Dem Familiengeschehen zu, eingedenk der Zugestalten.

 

Szene 4 ManoloMonolog

Ich liege hier nur so rum. Nackt, wie Gott mich schuf. Ich frage mich, wie lang das so gehen soll. Scheint doch ein ganz ordentliches Haus zu sein. Also so auf den ersten Blick meine ich. Ist keine Armenhütte, wenn auch eine Bretterbude. An der einen Wand, die keine ist, also da IST keine Wand, droht immer nur der Absturz, oder sehe nur ich das so. Die anderen SEHEN das einfach nicht. Ist mir ein Rätsel, ist doch offensichtlich. In welcher Situation wir uns befinden. Obwohl. Ist auch mir noch nicht so umfänglich gänzlich sonnenklar. Vielleicht so eine Art Theaterstück, eine Aufführung, eine Inszenierung, aber wovon. Wir sind doch komplett unbedeutend für die Welt, oder sind wir exemplarisch unterwegs. Wie auch immer. Irgendwas ist hier schon mal verkehrt. Ich, nackt, nicht in Bombay, ach nee, das heißt ja anders jetzt, also ich, nackt in Indien, auch so ein schöner Titel, eben nicht! Ich nackt im Bett, in irgendeinem Theaterstück, das musst du dir mal reinziehn. Bin ich vom Schnürboden gefallen, vom Theaterplafond, ihnen eingefallen und dann. Huch, ...


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

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